Lernen mit digitalen Zeugnissen (LediZ)
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How, Not If: Remembrance in a Digital Era

LediZ-Projektmitarbeiter Ernst Hüttl, der Holocaustüberlebende Abba Naor, der Social-Media-Manager der Gedenkstätte Auschwitz Pawel Sawicki und die Abiturientin Emely Fuchs diskutieren über Gedenken im digitalen Zeitalter. Nachzulesen in Memoria, der Zeitschrift der KZ-Gedenkstätte Auschwitz.

LediZ goes 3sat – Projektdokumentation in der Wissenssendung "nano"

"nano" ist dafür bekannt, täglich Themen aus Technik, Medizin, Wissenschaft und Forschung aktuell und verständlich darzustellen. Am 18. August 2020 wurde in der Sendung das Projekt „LediZ“ vorgestellt und erklärt. In der 3sat-Mediathek kann der Beitrag eingesehen werden.

Veranstaltungen (2)

  • Am 02.06.2020 “Can you imagine?” Ein Zeitzeuginnen-Zoom mit der Auschwitz-Überlebenden Eva Schloss

    Eigentlich war für das Sommersemester 2020 eine Exkursion nach Wien geplant. Dort wollte sich das Seminar zu Holocaust-Literatur unter der Leitung von Professor Anja Ballis mit der Holocaust-Überlebenden Eva Schloss zu einem Zeitzeuginnengespräch treffen.

    Eva Schloss wurde 1929 als Eva Geiringer in Wien geboren und musste mit ihrer Familie das Land verlassen, als die Nationalsozialisten 1938 in Österreich die Herrschaft übernahmen. Die jüdische Familie floh zunächst nach Belgien, dann in die Niederlande. Die Geiringers lebten dort am Merwedeplein in Amsterdam, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Familie Frank, deren Schicksal durch Annes Tagebuch dokumentiert ist. Die Geschichte der vierköpfigen Familie Geiringer ist weniger bekannt: Eva, ihre Mutter Elfriede, ihr Vater Erich und ihr älterer Bruder Heinz tauchten 1942 ebenfalls in der Stadt unter. Sie wurden am 11. Mai 1944 verraten – es war Evas 15. Geburtstag. Die Familie wurde in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Nur Eva und ihre Mutter erlebten die Befreiung des Lagers am 27. Januar 1945. Ihr Vater und Bruder waren nach einem Todesmarsch nach Ebensee im dortigen Außenlager des KZs Mauthausen zu Tode gekommen.

    Da ein persönliches Treffen mit Eva Schloss aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr möglich war, schlug die inzwischen 91-jährige Zeitzeugin spontan ein Gespräch via Zoom vor. Am 2. Juni 2020 schaltete sie sich aus ihrem Zuhause in London zu und erzählte dem Münchner Seminar von ihrem Leben - auf Englisch, da es ihr in dieser Sprache leichter falle, über den Holocaust zu sprechen, auch wenn Deutsch ihre Muttersprache ist. Während sie ihre Verfolgungsgeschichte erzählte, richtete sie sich immer wieder mit einer Frage an die Studierenden: “Can you imagine?” Sie hob hervor, dass es gerade in der heutigen Zeit wichtig sei, Position zu beziehen und sich für Gerechtigkeit einzusetzen. Ihre Botschaft an die Studierenden lautete: “Don’t be a bystander. If you see injustice being done, speak up! That is a message for you as well, of course!” Zudem berichtete sie von ihren Begegnungen mit Otto Frank; er hatte 1953 ihre Mutter Elfriede geheiratet und wesentlichen Anteil daran, dass Eva zur Fotografin ausgebildet wurde. Seit nunmehr vierzig Jahren erzählt sie als Zeitzeugin die Geschichte ihrer Familie.

    Eva Schloss nahm sich viel Zeit, auf die Fragen der Studierenden zu antworten. Diese bezogen sich vor allem auf die aktuelle Lage, ihr Verhältnis zu den Deutschen und ein Leben ohne Rache. Nach zwei vollen Stunden kam der Zeitzeuginnen-Zoom zum Ende. Es war eine sehr wertvolle Erfahrung, welche die Seminarteilnehmer*innen niemals vergessen werden.

    Wenn Sie sich Eva Schloss' Antworten auf einige der Fragen der Studierenden anhören möchten, können Sie dies hier tun.

    Im Logbuch Digitale Lehre können Sie sich auch den vollständigen Videomitschnitt des Zeitzeuginnen-Zooms mit Eva Schloss ansehen.


  • Am 22.01.2020 Digitale Zeugnisse feierlich eröffnet!

    Am 22. Januar 2020 wurden die digitalen Zeugnisse im Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Garching feierlich eröffnet.

    Nach der Begrüßung durch den Hausherren Prof. Dr. Dieter Kranzlmüller folgten Grußworte von Herrn Bernd Sibler (Videobotschaft, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst), Herrn Werner Karg (Ministerialrat, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus), Prof. Dr. Oliver Jahraus (Vizepräsident für den Bereich Studium) und Dr. Andreas Eberhardt (Vorstandsvorsitzender, Stiftung, Erinnerung, Verantwortung, Zukunft‘).

    Daran anschließend stellten Studierende und Mitarbeitende der LMU München, die am Projekt beteiligt sind, die Lebensgeschichten von Eva Umlauf und Abba Naor vor. Sie brachten dabei persönliche Erfahrungen mit dem digitalen Zeugnis zum Ausdruck: Passagen, die sie beeindruckt haben, Formulierungen, die sich ihnen eingeprägt haben. Verwoben waren in diesen Vortrag lyrische Einlagen zu Ehren Eva Umlaufs.

    Prof. Dr. Anja Ballis erläuterte Entwicklung und Besonderheiten der digitalen Zeugnisse entlang der drei Begriffe ‚Wertschätzung‘, ‚Zeugnis‘ und ‚Gemeinschaftsbildung‘. Im Februar 2018 wurden erste Überlegungen angestellt, die in enger Kooperation mit der Forever Holding und mit dem Leibniz-Rechenzentrum realisiert werden konnten. Erklärtes Ziel des Münchner Projektes ist, die Überlieferung der Ereignisse vor über 70 Jahren sicherzustellen und weiterzuführen. Trotz hohem technischen Aufwand ist den Beteiligten bewusst, dass die digitalen Zeugnisse die persönliche Begegnung und das Gespräch mit Eva Umlauf und Abba Naor nicht ersetzen können. Daniel Kolb, der am Leibniz-Rechenzentrum die Zeugnisse kompetent betreut, führte die technischen Grundlagen näher aus und ging auf die Besonderheiten der Spracherkennung ein.

    Anschließend bot sich für die Gäste der Veranstaltung eine besondere Gelegenheit: Im ‚Zentrum für Virtuelle Realität und Visualisierung‘ erläuterte Prof. Dr. Markus Gloe die Funktionsweise und Besonderheiten des Systems. Die Besucher(innen) hatten dann die Gelegenheit, die 3D-Visualisierung zu erproben. Beobachtet und begleitet wurden sie dabei von Eva Umlauf und Abba Naor. Ihnen sei an dieser Stelle mit Nachdruck dafür gedankt, dass sie sich auf das Projekt eingelassen haben und bis heute ihre Geschichte erzählen.
    DSC_1651.JPG_ID14265DSC_1657.JPG_ID14268DSC_1677.JPG_ID14272DSC_1705.JPG_ID14277DSC_1750.JPG_ID14289DSC_1757.JPG_ID14291DSC_1796.JPG_ID14300DSC_1811.JPG_ID14304DSC_1858.JPG_ID14312DSC_1865.JPG_ID14313DSC_1775.JPG_ID14295DSC_1787.JPG_ID14299

Publikationen (2)

  • HE revisitedIm Dezember 2019 erscheint der Band „Holocaust Education Revisited: Wahrnehmung und Vermittlung • Fiktion und Fakten • Medialität und Digitalität“. Herausgegeben wird dieser von Anja Ballis und Markus Gloe.

Pressespiegel (10)

  • Ein Beitrag über LediZ in der Wissenssendung "nano".
  • Eine Zusammenfassung des Runden Tisches in der Online-Zeitschrift der KZ-Gedenkstätte Auschwitz. "How, Not If: Remembrance in a Digital Era" in: Memoria - Memory, History, Education. (Nr. 35, 08/2020) S. 24-26.
  • "Retweeten und Erinnern: Der digitale Umgang mit dem Holocaust" Ernst Hüttl im Gespräch mit dem Goethe Institut.
  • Eine Meldung über das Projekt LediZ in: AkademieAktuell. Zeitschrift der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. (Nr. 1 / 2020), S. 7.
  • 25.04.2020 "Gegen das Vergessen: 3-D Visualisierung von Holocaust-Überlebenden". Das Projekt LediZ wird im Newsletter 17 des Münchner Zentrum für Lehrerbildung (MZL) präsentiert.
  • 13.03.2020 Beitrag von Daniel Kolb auf XR HUB Bavaria.
  • 08.02.2020 MünchnerUni Magazin. Zeitschrift der Ludwig-Maximilians-Universität München (Nr. 1 / 2020), S. 16-18.
  • 23.01.2020 Die Süddeutsche Zeitung berichtet über die feierliche Eröffnung von LediZ und gewährt einen gelungenen Einblick in das Forschungsvorhaben.
  • 22.01.2020 das LRZ berichtet unter der Überschrift "Magische Momente für den Unterricht" von der Eröffnung von LediZ. Ebenso auf LinkedIn in Deutsch und Englisch.
  • 22.01.2020 auf der Startseite der LMU München ein Beitrag zur Eröffnung von LediZ.

Abschlüsse, Ehrungen und Preise (1)

  • 20.02.2020 Lisa Schwendemann hat ihre Dissertation erfolgreich abgeschlossen - herzlichen Glückwunsch!